Forschung

Mögliche gemeinsame Krankheitsmechanismen bei Mukoviszidose, COPD und Lungenkrebs waren die Schwerpunkte des vierten internationalen Kongresses "Frontiers in Chronic and Malignant Airways Disease" des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) in Heidelberg.

Grenzen bei chronischen Lungenerkrankungen überschreiten: Beim ersten internationalen Kongress des Deutschen Zentrums für Lungenforschung in Heidelberg diskutierten führende Mediziner krankheitsübergreifende Konzepte und Behandlungsansätze bedeutender LungenkrankheitenGemeinsamkeiten suchen, anstatt Unterschiede erforschen und abzugrenzen – diese Strategie kann auf dem Gebiet der Lungenerkrankungen erstaunliche neue Behandlungsmöglichkeiten erschließen.

Ausgehend von der Hypothese, dass Blutgefäße und Thrombozyten eine wichtige Rolle in der Entwicklung eines Emphysems spielen, haben Wissenschaftler untersucht, ob die regelmäßige Einnahme von Aspirin zu einer langsameren Progression eines Emphysems führen kann. Die Forscher präsentierten ihre Ergebnisse auf der Konferenz der American Thoracic Society in Denver.

Die regelmäßige Einnahme von Aspirin (mindestens dreimal die Woche) über einen Zeitraum von zehn Jahren kann offenbar dazu beitragen, das Fortschreiten eines Lungenemphysems abzubremsen.

Krankheitserreger, die die Bronchien von Patienten mit Mukoviszidose (auch: Cystische Fibrose) besiedeln, wappnen sich besonders effektiv gegen das menschliche Immunsystem und Antibiotika-Therapien. Forscher des TWINCORE-Verbundes der Medizinischen Hochschule Hannover und des Helmholtz Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig haben bisher unbekannte Schutzmechanismen dieser Bakterienkolonien aufgedeckt. Dies bietet neue Ansätze zur Infektionsbekämpfung.

Für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) gibt es bis heute kaum geeignete kausale Therapien. Daher versuchen Wissenschaftler vom Comprehensive Pneumology Center (CPC) am Helmholtz Zentrum München, die molekularen Ursachen hinter der COPD zu verstehen, um gezielt eingreifen zu können.

Nach Verletzung können sich Lungenbläschen bei Mäusen selbst reparieren. Das berichten US-Forscher. Das bedeutet, dass das System Lunge mehr Flexibilität und Regenerationsfähigkeit aufweist, als Forscher bisher angenommen hatten. Mehr Erkenntnisse darüber, wie diese Regenerationsfähigkeit im Einzelnen gesteuert wird, dürften insbesondere für die zukünftige Behandlung von bislang nicht heilbaren (irreversiblen) Lungenerkrankungen – wie z.B. COPD – interessant werden.