COPD und Psyche

Psychische Beeinträchtigungen und krankheitsbezogene Ängste belasten viele COPD-Patienten. Wie sie mehr Lebensqualität erlangen können, erklärt Prof. Dr. Nikola Stenzel von der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) in seinem Online-Vortrag auf dem virtuellen Symposium Lunge am 4.9.2021. Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) geht mit deutlichen körperlichen Beeinträchtigungen einher und hat meist gravierende Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen. Zusätzlich erlebt ein Teil der Betroffenen auch psychische Beeinträchtigungen. Nicht immer ist dabei das Vollbild einer psychischen Erkrankung (wie z.B. eine Depression oder Angststörung) vorhanden, häufig leiden die Betroffenen aber unter einzelnen Depressions- oder Angstsymptomen.

Häufig haben COPD-Patienten mit Erschöpfung und Müdigkeit zu kämpfen. COPD-Patienten klagen am häufigsten über Atemnot. Doch schon an zweiter Stelle folgt die Fatigue. Über sie weiß man im Rahmen der chronischen Atemwegserkrankung nicht wirklich viel. Die Psychologin Zjala Ebadi vom Radboud University Medical Center in Nijmwegen und ihre Kollegen haben sich das Phänomen COPD-Fatigue genauer angeschaut. In der Literatur stießen sie auf 196 Studien, in denen man Häufigkeit der Fatigue und Faktoren, die zu ihrer Entwicklung beitrugen, untersucht hatte.

Depressionen und Angstzustände treten bei 70 % der COPD-Patienten auf.

Erhält ein Patient mit COPD ein serotonerges Antidepressivum, landet er wegen pulmonaler Beschwerden häufiger in der Klinik oder in der Notaufnahme. Sein Sterbe­risiko steigt um 20 %

Dass eine PR die körperliche Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität von COPD-Patienten verbessert, ist bekannt. Weniger wusste man aber bislang über die Auswirkungen, die eine solche Maßnahme auf Angstzustände und Depressionssymptome der Betroffenen besitzt. Existierende Daten, so schreiben die Autoren einer aktuellen Studie, ließen sich aufgrund der Unterschiedlichkeit der Interventionen und Vergleichsparameter nur schwer auf eine klinische PR übertragen.

Viele Patienten mit Atemnot infolge einer Lungenerkrankung entwickeln Angst- und Depressionssymptome. Zudem können krankheitsspezifische Ängste wie die Angst vor der Atemnot die Situation der Patienten zusätzlich verschlechtern, wie aktuelle Untersuchungen zeigen.

COPD-Patienten macht ihre Erkrankung Angst. Sie fürchten sich vor dem, was vor allem am Lebensende auf sie zukommt. Doch von sich aus sprechen sie nicht darüber. Da ist Ihre Initiative gefordert! Nicht nur Atemnot, Husten, Auswurf und eingeschränkte Leistungsfähigkeit beeinträchtigen die Lebensqualität von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung. Eine gewichtige Rolle spielen auch Depression, Angst, Panikattacken sowie Ängste hinsichtlich des Lebensendes

Rund 40% der COPD-Patienten weisen eine erhöhte Depressivität auf, wobei Symptome einer Depression unabhängig vom Schweregrad der Lungenerkrankung auftreten – also in frühen Stadien ebenso häufig wie in fortgeschrittenen Stadien. Oft bleiben solche Depressionen unerkannt und damit auch unbehandelt, dabei können sie die Therapietreue (Compliance) von COPD-Patienten deutlich beeinträchtigen und damit den Krankheitsverlauf und ihre Prognose verschlechtern.