Nicht-invasive Beatmung

Spezielle Atemtechniken wie die Lippenbremse können Menschen mit chronischen Lungenkrankheiten das Atmen erleichtern. Mit Hilfe eines neuen nichtinvasiven Beatmungsgeräts sollen Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) auch in der Nacht von den entblähenden Effekten dieser Atemtechnik profitieren. In einer klinischen Studie wird das Gerät derzeit noch an mehreren deutschen Standorten getestet. Durch Veränderungen der Lungenstruktur verbleibt bei Menschen mit COPD beim Ausatmen Luft in der Lunge – man spricht auch von „Überblähung“. Dies hat zur Folge, dass ständig gegen einen Widerstand eingeatmet werden muss, und der Gasaustausch nur eingeschränkt möglich ist. Menschen mit schwerer COPD erhalten nachts über ein Beatmungsgerät sauerstoffreiche Luft, um die Atemmuskulatur zumindest zeitweise zu entlasten und den Gasaustausch zu verbessern. Von langzeitbeatmeten Patientinnen und Patienten weiß man jedoch, dass sich die Überblähung so noch verstärken kann.
Besteht erst die akute Indikation zur nicht-invasiven Heimbeatmung, hat der Patient oft nur noch eine reduzierte Überlebenszeit. Über zwei beeinflussbare Faktoren können Sie helfen, die Outcomes günstig zu beeinflussen. In jeder Hausarztpraxis gibt es vermutlich Patienten mit einer nicht-invasiven häuslichen Beatmung, sei es wegen einer chronischen hyperkapnischen Insuffizienz oder obstruktiven Störungen bzw. einer übergewichtsbedingten Hypoventilation. Allerdings weiß man nicht so genau, wie stark sich dies auf die Langzeitprognose dieser zu Hause Beatmeten auswirkt – bis jetzt.
In der Klinik profitieren COPD-Patienten mit respiratorischer Insufizienz von einer maschinellen Beatmung. Wie aber soll es nach der Entlassung zu Hause weitergehen? Kommt es zu einem akuten COPD-Schub und zur respiratorischen Insuffizienz, profitiert der Patient von einer maschinellen Beatmung in der Klinik. Aber wie geht es langfristig nach der Entlassung zu Hause weiter? Die nicht-invasive Heimbeatmung, die über dicht sitzende Gesichtsmasken erfolgt, erfreut sich dabei zunehmender Beliebtheit. Echte Beweise für einen Nutzen fehlen bislang.

Patienten mit akuten Atemnotproblemen müssen nicht immer gleich invasiv beatmet werden. In vielen Fällen kann auch eine nasale High-Flow-Therapie oder nicht-invasive Beatmungsmethode sie stabilisieren und somit eine Intubation zur invasiven, maschinellen Beatmung vermieden werden. Das belegt eine aktuelle Studie, auf die die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) hinweisen.

Eine nicht-invasive Beatmungstherapie zu Hause hilft auch schweren COPD-Patienten, die gerade eine akute Verschlechterung (Exazerbation) überstanden haben – und zwar offenbar noch besser als eine Langzeit-Sauerstofftherapie. Das haben Forscher aus London in einer Studie nachgewiesen.

Studienergebnisse britischer Forscher unterstreichen eindrucksvoll die Effektivität einer nicht-medikamentösen Therapie, die bislang noch zu wenig im Zentrum der Aufmerksamkeit von Patienten und niedergelassenen Ärzten gestanden hat: die nicht-invasive, häusliche Beatmung bei schwerer COPD

Menschen mit einer fortgeschrittenen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) erhalten oft eine Sauerstofftherapie, um den Sauerstoffmangel im Blut auszugleichen. Darüber hinaus können sie aber auch von einer längerfristigen, häuslich durchgeführten, nicht-invasiven Beatmungstherapie (NIV) profitieren.

Deutsche Forschende haben ein nichtinvasives Beatmungsgerät entwickelt, das mit einer integrierten Lippenbremsenbeatmung arbeitet. So sollen COPD-Patienten auch in der Nacht von den entblähenden Effekten der Lippenbremse profitieren. In einer klinischen Studie wird das Gerät momentan an mehreren deutschen Standorten getestet.

Die sogenannte dosierte Lippenbremse ist eine besondere Atemtechnik. Sie hilft Sekret zu lösen, tiefe Lungenbereiche zu belüften und die Atemmuskulatur zu stärken. Dabei werden die Lippen erst entspannt aufeinander gelegt, dann aufeinander gepresst und die Luft langsam durch die verengte Atemöffnung ausgeatmet. Auf diese Weise wird das Ausatmen verlangsamt, der Atemstrom abgebremst und die Bronchien bleiben durch den nun höheren Innendruck länger geöffnet.