COPD und Medikamente

Kortison-Sprays reduzieren bei COPD die Anzahl akuter Krankheitsschübe, erhöhen allerdings das Risiko für Lungenentzündungen. Eine Risikobewertung der EMA hat nun ergeben, dass der Nutzen dennoch überwiegt.Die Chronisch-Obstruktive Lungenerkrankung (Chronic Obstructive Pulmonary Disease, COPD) ist nach wie vor nicht heilbar. Allerdings kann man die Erkrankung dahingehend beeinflussen, dass die Beschwerden gelindert werden und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt wird. Neben den wichtigsten Maßnahmen Rauchstopp und körperliche Aktivität kommen bei der COPD-Therapie verschiedene Medikamente zum Einsatz.

Die Sorge, lang wirksame Betamimetika (LABA) könnten bei Asthmatikern schwere Komplikationen begünstigen, hat sich in einer randomisierten Studie nicht bestätigt. Die Fixkombination aus

Chiesi Farmaceutici SpA (Chiesi) gab den Abschluss von zwei multizentrischen klinischen Studien zur extrafeinen LABA/LAMA/ICS-Dreifach-Fixkombination zur Anwendung bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD; Chronic Obstructive Pulmonary Disease) bekannt. Die extrafeine Fixkombination enthält in einem einzigen Inhalator drei Wirkstoffe: Den langwirksamen Beta-2-Adrenozeptor-Agonisten (LABA) Formoterol, den langwirksamen Muskarinrezeptorantagonisten (LAMA) Glycopyrronium und das antientzündlich wirkende inhalative Kortikosteroid (ICS) Beclometason.

Die GOLD-Empfehlungen werden im Praxisalltag nur teilweise umgesetzt - so das Ergebnis einer deutschlandweiten Erhebung zum COPD-Management mit 451 nieder­gelassenen Pneumologen. Als Grund dafür wird fehlende Praktikabilität der Empfehlungen angegeben. In der täglichen Versorgung von COPD-Patienten zeigen sich u. a. Schwierigkeiten bei der Klassifikation der Erkrankung und der Dokumentation von Exazerbationen. Und: Die duale Broncho­dilatation mit LAMA/LABA-Kombinationen gehört bereits zur Versorgungsroutine

Eine neue Post-hoc-Analyse der WISDOM*-Studie von Boehringer Ingelheim gibt Hinweise darauf, dass die Anwendung von inhalativen Kortikosteroiden (ICS) zusätzlich zu einer Therapie mit Spiriva® (Tiotropium) und einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) bei 80% der untersuchten Patienten keinen größeren Nutzen bezüglich der Senkung des Exazerbationsrisikos hat. Diese Daten wurden gestern beim Internationalen Kongress der American Thoracic Society (ATS) in San Francisco präsentiert.

Nach einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat die EU-Kommission die Marktzulassung des Wirkstoffs Selexipag für Europa erteilt. Damit steht Lungenhochdruck-Patienten eine neue Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. In einer klinischen Studie mit über 1000 Teilnehmern konnte das Medikament das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und die Patienten vor frühzeitigen Komplikationen bewahren.

Eine fixe Kombination aus einem langzeitwirksamen Beta2-Sympathomime­tikum (LABA) und einem langzeitwirksamen Muskarin-Antagonisten (LAMA) hat in einer randomisierten klinischen Studie Exazerbationen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) häufiger verhindern können als eine Standard-Kombination aus LABA und einem inhalativen Steroid.