Nicht-invasive Beatmung

Aufwendig, schwer und mit Nebenwirkungen verbunden – trotzdem bietet die ambulante nicht-invasive Beatmung entscheidende Vorteile. Vorausgesetzt, Ärzte beachten ein paar Punkte.Um eine nicht-invasive Heimbeatmung zum Erfolg zu führen, brauchen Kollegen im Grunde nicht viel zu tun: die richtige Indikation stellen, den Patienten fachgerecht kontrollieren und dessen Lebensqualität regelmäßig prüfen sowie sich selbst sorgsam weiterbilden.

Patienten mit COPD müssen oft beatmet werden. Ein normales Leben ist dann nicht mehr möglich. Forscher wollen nun eine mobile Heimbeatmung entwickeln, die eine bessere Lebensqualität verspricht.
Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung – COPD – ist eine schwere Erkrankung, die im weiteren Krankheitsverlauf oft eine künstliche Beatmung auf der Intensivstation notwendig macht. Bei etwa jedem fünften Patienten wird die Atemhilfe durch eine sogenannte Heimbeatmung fortgesetzt. Zwar können die COPD-Patienten somit wenigstens zu Hause sein, doch ihr Alltag ist erheblich eingeschränkt:

Leipziger Intensivmediziner stellen eine neue Leitlinie für die Behandlung von Patienten vor, die invasiv über einen Luftröhrenschnitt beatmet werden müssen. Lungenärzte plädieren grundsätzlich dafür, bei der künstlichen Beatmung - wann immer möglich - die nicht-invasive Beatmung über eine abnehmbare Mund-Nasen-Maske vorzuziehen.

Menschen mit einer schweren, fortgeschrittenen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), können von einer häuslich durchgeführten, nicht-invasiven Beatmungstherapie (NIV), zusätzlich zur Sauerstofftherapie, profitieren. Dies fanden britische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer aktuellen Untersuchung heraus. Sie publizierten ihre Ergebnisse im ‚Journal of the American Medical Association (JAMA)‘.

Über die Hälfte der langzeitbeatmeten Patienten können erfolgreich vom Beatmungsgerät entwöhnt werden und benötigen dann u.U. nur noch zum Schlafen eine Atemmaske.Rund 40 Prozent aller Patienten, die künstlich beatmet werden müssen, haben Schwierigkeiten, anschließend vom Beatmungsgerät entwöhnt zu werden.

Eine zusätzliche nicht-invasive Beatmung mit einem Heimgerät kann die erneute Hospitalisierung oder den Tod von Patienten im fortgeschrittenen Stadium einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) hinauszögern. Dies kam in einer randomisierten kontrollierten Studie heraus, die auf der Jahrestagung der American Thoracic Society in Washington vorgestellt und im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2017; doi: 10.1001/jama.2017) publiziert wurde.

Zum einen werden die Menschen immer älter - damit steigt die Gefahr an Leiden zu erkranken, die eine künstliche Beatmung nötig machen. Zum anderen macht die Medizin enorme Fortschritte und kann Menschen am Leben erhalten, denen sie vor einigen Jahren noch nicht helfen konnte.Der Mensch mag so manches aufschieben können - nicht aber die Atmung. Schon nach drei Minuten ohne Sauerstoff sterben erste Gehirnzellen ab, nach vier Minuten drohen bleibende Schäden, nach fünf Minuten oft schon der Tod.