Diagnostik

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD wird bei vielen Patienten gar nicht oder erst nach Jahren erkannt, obwohl die Symptome – Auswurf, Husten, Atemnot – eigentlich typisch sind. Mit drei einfachen Fragen könne man der Erkrankung auf die Spur kommen, informierte Dr. Maren Schuhmann von der Thoraxklinik Heidelberg beim Herbstkongress der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Für die Diagnose seien folgende Fragen wichtig: Sind sie über 40 Jahre alt? Rauchen Sie oder haben Sie früher viel geraucht? Haben Sie Husten oder Atemnot?

Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) entwickelt sich oft unbemerkt. Dabei verbessert eine frühe Behandlung die Lebensqualität deutlich. Mediziner aus den USA haben nun im Sputum einen Biomarker für COPD gefunden. Dieser soll eine zeitige Diagnose erleichtern.Ein ansonsten gesunder Patient stellt sich bei seinem Hausarzt mit langanhaltendem Husten und Auswurf vor. Bei der Anamnese macht der Arzt schnell einen Risikofaktor ausfindig: Sein Patient ist Raucher. Obwohl bei der körperlichen Untersuchung die Auskultation der Lunge unauffällig ist, könnte eine chronische Bronchitis vorliegen.

Der Einsatz des Procalcitonintests zur Unterscheidung von bakteriellen und viralen Infektionen führt nicht nur zu einem gezielteren Einsatz von Antibiotika bei Atemwegsinfektionen. Laut einer Meta-Analyse in Lancet Infectious Diseases (2017; doi: 10.1016/S1473-3099(17)30592-3) kann die procalcitoningesteuerte Antibiotika­therapie auch die Sterblichkeit der Patienten senken, indem sie die Komplikationen einer unnötigen Antibiotikagabe vermeidet.

Selbst Veränderungen in den kleinen Lungenbläschen lassen sich mit einer neuen Röntgen-Technologie - der Phasenkontrast-Bildgebung - darstellen.Eine neue Röntgen-Technologie, die Phasenkontrast-Bildgebung, steht nach Jahren der Vorarbeit jetzt in den Startlöchern für den klinischen Einsatz. Ein erstes Einsatzszenario könnte die Darstellung der Lunge bei Patienten mit unterschiedlichen Lungenerkrankungen sein. Selbst pathologische Veränderungen in den kleinen Lungenbläschen, eine Terra Incognita für die traditionelle Röntgen-Technologie, lassen sich damit darstellen.

Entzündungsprozesse in den kleinen Atemwegen bestimmen maßgeblich den Verlauf sowie die Prognose bei Asthma und COPD. Gasauswaschverfahren sollen künftig eine bessere Beurteilung des Zustands der kleinen Atemwege ermöglichen.Die Bedeutung der kleinen Atemwege ist bei der Behandlung von chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD jahrzehntelang unterschätzt worden. Die kleinen Atemwege - Verästelungen in der Lungenperipherie mit weniger als zwei mm Durchmesser - machen zwar rund 95 Prozent des gesamten Lungenvolumens aus, Entzündungsvorgänge und Gewebeumbauprozesse werden jedoch in diesen Atemwegen durch herkömmliche Lungenfunktionstests (Spirometrie) nicht erfasst.

Ein ausreichender Anteil korrekt erkannter leichterer COPD-Fälle im Thorax-Röntgen ist nur um den Preis vieler falsch-positiver Ergebnisse zu haben, wie eine niederländische Studie zeigt.Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) gelten als erheblich unterdiagnostiziert, die Suche nach einem effizienten Screening hat indes noch nicht zu überzeugenden Ergebnissen geführt. Zur Diagnose wie auch Klassifikation einer COPD wird dabei üblicherweise die Spirometrie herangezogen.

Es wird geschätzt, dass die Hälfte aller COPD-Patienten nicht diagnostiziert und damit nicht erkannt wird. Die Erkrankung verläuft aber meist progredient. Es ist daher wichtig, bei Personen im Alter > 40 Jahren mit Atemnot, Husten und/oder Auswurf zu klären, ob eine COPD vorliegt und sie bei Nachweis einer COPD adäquat zu behandeln, raten Professor Heinrich Worth, Facharztforum Fürth, und Dr. Peter Kardos, Lungenpraxis am Maingau Krankenhaus Frankfurt (Pneumologe 2017; 14: 149-152).