COPD und Medikamente

Fälle von schwerer Atemnot bei unheilbar Kranken können besonders effektiv mit Schmerzmitteln (Opioiden) gelindert werden. Dieses Studienergebnis der Forschungsstelle für Palliativmedizin an der Universität Bonn mag überraschen, da Opioide eigentlich die Atmung hemmen.

Patienten können beruhigt sein: Hinweise auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle durch die Einnahme von Anticholinergika (Ipratropium oder Tiotropium) sind widerlegt worden. Daher sollten Patienten ihre Medikamente unbedingt regelmäßig weiternehmen, rät die Deutsche Lungenstiftung.

Moderne Asthma- Aerosole mit extrafeinen Tröpfchen wie die Fixkombination mit Beclometason und dem langwirksamen Beta-2-Mimetikum Formoterol erreichen die kleineren Atemwege besser als andere Inhalationstherapeutika. Ein weiterer Vorteil ist die darin enthaltene relativ geringe Steroiddosis

Langwirksames Anticholinergikum bessert Lungenfunktion über vier Jahre / Studie mit knapp 6000 Patienten. Das langwirksame Anticholinergikum Tiotropium bremst bei COPD-Patienten zwar nicht signifikant die jährliche Abnahme der Lungenfunktion. Aber die Lungenfunktion ist mit der Substanz dauerhaft besser als mit Placebo. Und es gibt weniger Exazerbationen und auch weniger Klinikeinweisungen.

Bei bakteriellen Atemwegsinfektionen mit erhöhtem Komplikations-Risiko sind Antibiotika zu erwägen. Die Mittel sollten rational und kurz - meist reichen fünf Tage - eingesetzt werden. Um Resistenzen zu vermeiden, sind die Antibiotika zyklisch zu wechseln.

Die Gabe des Anticholinergikums Tiotropium (Spiriva®) scheint doch nicht das Risiko von Schlaganfällen und Todesfällen bei Patienten mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen zu erhöhen. Dies zeigen die Ergebnisse einer randomisierten Doppelblindstudie im New England Journal of Medicine (2008: 359: 1543-1554). Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA relativierte eine Warnmeldung vom März. Eine endgültige Bewertung der Behörde steht jedoch noch aus.

Inhalierbare Anticholinergika sind nach den Ergebnissen einer Metaanalyse bei COPD-Patienten mit einer deutlich höheren kardiovaskulären Ereignisrate assoziiert als Placebo oder andere Arzneien. Zwei pharmazeutische Unternehmen widersprechen der Interpretation der Daten.